Unfallrisiko während der aktuellen Corona Pandemie

  • Liebe Sportsfreunde


    Gestern wurde ich von einem Freizeitpartner auf ein Thema angesprochen welches mich nachdenklich stimmt.


    Viele Leute haben jetzt mehr Zeit sich ihren Freizeitaktivitäten zu widmen. Je nach dessen Art steigt damit aber auch das Risiko zu verunfallen und somit das bereits stark belastete Gesundheitswesen zusätzlich zu fordern.


    Meine Frage und Denkanstoss: In wie Fern soll das Leben (natürlich mit den notwendigen Massnahmen zum social distancing) möglichst in gewohnten Schemen weiter gehen und wo ziehen wir Grenzen um das oben erwähnte Risiko zu vermeiden?


    Ich hoffe auf spannende Beiträge


    Liebe Grüsse und bliibed gsund!!!

    Patrick

  • Ich hatte zwar keinen Unfall, bin aber in den letzten Wochen trotzdem viermal im Triemli-Spital aufgetaucht, wo ich wegen meines schmerzenden Fusses einen Gips verpasst bekommen habe. Als die Schmerzen bereits nachgelassen hatten, ich aber trotzdem nochmals ins Spital aufgeboten wurde, um ein Computer-Tomogramm zu erstellen, habe ich angesichts der immer bedrohlich werdenden Nachrichtenlage vor dem Termin angerufen und die Antwort bekommen, es sei für mich völlig risikolos. Alle Corona-Verdachtsfälle würden im Spital streng getrennt von den übrigen Patienten behandelt. In der Röntgen-Abteilung habe ich so ca. hälftig Personal mit und ohne Schutzmaske angetroffen.


    Ich werde aber in nächster Zeit trotzdem auf Ausflüge mit meinem Möppi verzichten, aber eigentlich nur, weil ich keine Pause in einem Restaurant geniessen könnte, da ja alle im Moment geschlossen sind.

    The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, and wiser people so full of doubts. (Bertrand Russell)

  • Ich glaube das hält sich mindestens die Waage mit den Verletzungen in Sporthallen und Grossanlagen, die jetzt ja wegfallen weil alles dicht ist. Skipisten, Kletterhallen, Fitnesstudios, Schlägereien im Ausgang, sämtliche Mannschaftssportarten sind gestrichen etc.


    denke die Anzahl Verletzungen wird eher zurückgehen als ansteigen.


    Wenn alles vorbei ist, wird es überproportional ansteigen, weil es alle tendentiell untertrainiert wieder voll krachen lassen.

  • ….ich gebe es zu.


    ….ich bzw. wir (2 Motorräder) waren gestern auch auf einer Endurowandertour im Jura. ….ich fahren aber auch täglich bei jedem Wetter mit dem Roller zur Arbeit. ….ich denke da ist die Wahrscheinlichkeit grösser das ich einen Unfall habe.


    ...grosse Tagestouren, ebenso Touren mit mehreren Personen, wird es aber die nächsten Wochen bei mir keine geben.




    (billiges Benzin hin oder her) ;)

    DAS LEBEN WIRD NICHT GEMESSEN AN DER ZAHL DER ATEMZÜGE, SONDERN AN DEN ORTEN UND MOMENTEN, DIE UNS DEN ATEM RAUBEN! —

  • Ich glaube das hält sich mindestens die Waage mit den Verletzungen in Sporthallen und Grossanlagen, die jetzt ja wegfallen weil alles dicht ist. Skipisten, Kletterhallen, Fitnesstudios, Schlägereien im Ausgang, sämtliche Mannschaftssportarten sind gestrichen etc.


    denke die Anzahl Verletzungen wird eher zurückgehen als ansteigen.


    Das ist wohl so. Nützt dann aber wenig wenn man selber verunfallt und die medizinische Versorgung kritisch werden kann



    Wenn alles vorbei ist, wird es überproportional ansteigen, weil es alle tendentiell untertrainiert wieder voll krachen lassen.

    Das denke ich auch

  • Das ist wohl so. Nützt dann aber wenig wenn man selber verunfallt und die medizinische Versorgung kritisch werden kann

    Hä? Diese Überlegung versteh ich nicht.

    Klar, wenn man selber verunfallt ist immer doof, einverstanden. Dein Argument war ja, dass das Risiko eines Unfalls wegen mehr Freizeit steigt und Gesamthaft gesehen stimmt das nunmal nicht (da stimmst du ja zu), höchstens für ein paar Einzelne. Und die werden weiterhin problemlos behandelt werden können.


    Mit den getroffenen Massnahmen wird es auch viel weniger Grippefälle und sonstige Krankheitsfälle mit Tröpfcheninfektion geben. Das geht nicht von heute auf morgen, aber es wird spürbar sein.

  • Wenn jeder denkt es betreffe ihn/sie ja nicht so, und es sei ja nicht so schlimm wenn man jetzt halt doch noch töff-fahren, velofahren, wandern, klettern, .......... geht weil man ja sowieso alleine unterwegs sei dann müssen wir uns nicht wundern wenn‘s plötzlich heisst wir dürfen gar nicht mehr raus. Die Regeln vom Bund wären ja eigentlich klar.......


    Wir brauchen auch frische Luft aber schauen wirklich dass es nur noch um‘s Huus ume ist und nicht mehr Freizeitaktivitäten wie bisher und überall.


    Entsprechend würd ich mir manchmal bitz mehr Verantwortungsbewusstsein von gewissen Nasen wünschen damit das bisschen was wir noch dürfen nicht auch noch gekappt wird / werden muss.

  • Hier der offizielle Wortlaut: Bleiben Sie bei Krankheitssymptomen zu Hause und halten Sie sich nicht im öffentlichen Raum auf.


    Quelle: https://www.bag.admin.ch/bag/d…-epidemien/novel-cov.html


    Ohne Symptome darf ich also raus, auch wandern, biken, joggen?


    Wenn ich mich recht erinnere, hat aber Frau Sommaruga in ihrer Ansprache nur das gesagt: Bleiben Sie zu Hause und halten Sie sich nicht im öffentlichen Raum auf, es sei denn, Sie müssen zur Arbeit, in die Apotheke oder Lebensmittel einkaufen.


    Ich finde die Formulierung «bei Krankheitssymptomen» problematisch, denn ebenfalls von der offiziellen Website admin.ch kan man zur Inkubationszeit lesen:


    Die «Inkubationszeit» des neuen Coronavirus, das heisst die Zeitspanne zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Symptome, beträgt meist fünf Tage. Sie kann jedoch bis zu 14 Tage dauern.

    Das heisst doch nichts anderes als «Wenn ich angesteckt bin, aber noch keine Symptome habe, kann ich 14 Tage lang andere anstecken, ohne es zu merken.» oder etwa nicht?


    PS: Garmin scheint es noch nicht geschnallt zu haben, dass wir eine Pandemie haben. Ich zitiere aus dem soeben eingetroffenen Newsletter:


    Guten Tag ...

    Mit Schwung in den Frühling!

    Frühling ist die perfekte Jahreszeit für den Outdoor Sport. Damit Sie voll durchstarten können, bieten wir unglaubliche Rabatte auf das gesamte Sortiment! Achtung: Die Promo Codes sind nur gültig bis 22. März 2020.

    The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, and wiser people so full of doubts. (Bertrand Russell)

    2 Mal editiert, zuletzt von RudiRatlos ()

  • Wenn jeder denkt es betreffe ihn/sie ja nicht so, und es sei ja nicht so schlimm wenn man jetzt halt doch noch töff-fahren, velofahren, wandern, klettern, .......... geht weil man ja sowieso alleine unterwegs sei dann müssen wir uns nicht wundern wenn‘s plötzlich heisst wir dürfen gar nicht mehr raus. Die Regeln vom Bund wären ja eigentlich klar.......


    Wir brauchen auch frische Luft aber schauen wirklich dass es nur noch um‘s Huus ume ist und nicht mehr Freizeitaktivitäten wie bisher und überall.


    Entsprechend würd ich mir manchmal bitz mehr Verantwortungsbewusstsein von gewissen Nasen wünschen damit das bisschen was wir noch dürfen nicht auch noch gekappt wird / werden muss.

    Genau, die Regeln vom Bund sind klar. Man darf noch alleine rausgehen, insbesondere alleine Töff fahren, Punkt. Und solange man das noch darf, mach ich das auch. Man soll Eigenverantwortung übernehmen sagt man. Genau die übernimm ich. Eigenverantwortung heisst nicht, einfach blind und panikartig auf alles verzichten zu müssen. Wenn ich in Monttur von der Wohnung zum Töff und dann auf eine kleine solo Runde gehe und in Montur wieder in die Wohnung zurück, gefährde ich weit weniger Leute und mich selbst, als wenn ich in der Wohnung in einem Block bleibe, wo die Viren per Lüftung, Fenster und alle möglichen Schlitze schön in allen anderan Wohnungen verteilt werden.


    Alle nur noch ums Haus rum gehen, super Idee. Dort, wo dann in dem Fall alle ihre potentiellen Viren ablegen und auflesen. Gratulation, gut gemeint ist der fiese kleine Bruder von gut gemacht. Ich weiss das willst du nicht hören, ich kritisiere ja gerade deine Vorgehensweise. Aber ernsthaft: meinst du nicht es ist sinnvoller, seine frische Luft auf der Strasse, im Wald, auf einem Pass zu holen, dort wo die Viren viel Platz haben um zu verrecken und nicht von einem menschlichen Wirt aufgelesen zu werden?


    Die Stadt-/Seepromenade soll man meiden, keine Parties machen, die förige Zeit nicht im Shoppingcenter verbringen alles einverstanden. Aber bitte nicht übertreiben und bisschen überlegen was wirklich gefährlich ist.

  • solange die Bahn einen staatlichen Auftrag hat werde ich einen Arbeitsweg von 50-60-70km haben weil das Fahrleitungs-überwachungs-Leitsysthem aus Daten-sicherheitsgründen nicht von zuhause aus bedient werden kann......jetzt diese Woche wo das Wetter töffreundlich ist nehme ich ausnahmsweise nicht den Zug.....ich mache jeweils eine Extraschlaufe durchs Fricktal...anstelle sonst meiner üblichen Hausrunde durchs Fricktal....

  • Alleine für sich ne Runde drehen sollte kein Problem sein.

    Wenn natürlich wieder hunderte die Zürcher Seepromenade unsicher machen... tja ich fürchte, dass wir in 1-2 Wochen doch noch die Ausgangssperre kriegen.


    Kühler ist gut gefülllt, Playstation & Bücher sind vorhanden. 2-3 Wochen lässt es sich so aushalten.

    There's 106 miles to Chicago, we've got a full tank of gas, half a pack of cigarettes, it's dark out, and we're wearing sunglasses.

    Hit it!! 8)

  • Interessantes Thema, das mich auch schon beschäftigt hat. Einerseits stimme ich Boo zu, dass sich die Anzahl der Gesamtunfälle aufgrund der getroffenen Massnahmen bestimmt in überschaubarem Rahmen hält. Vom Thema Ansteckung anderer/durch andere beim allein Töfffahren rede ich hier gar nicht. Das ist meiner Meinung nach vernachlässigbar.


    Aber selbst wenn das gesamte Level der zu versorgenden Unfälle vergleichsweise gering bleibt, ist es doch wohl so, dass das medizinische Personal momentan am Anschlag ist und jeder einzelne nicht zu behandelnde Unfall eine Erleichterung ist.


    Die Empfehlung ist ja #staythefuckathome, also auch nicht wandern, an einem Stein stolpern und sich das Gesicht zertrümmern oder im Wald mountainbiken und sich einen mehrfachen Oberschenkelbruch holen (beides relativ aktuelle Fälle im persönlichen Umkreis von Personen, denen - ihrer bescheidenen Meinung nach - sowas NIE pasieren würde). Vom auf dem Töff unschuldig durch einen eingeschlafenen entgegenkommenden Autofahrer abgeschossen werden reden wir hier schon gar nicht.


    Also was tun? Für mich war Töfffahren immer das beste Mittel um den Kopf auszulüften. Und in Zeiten wie diesen, brauchen wir genau das um nicht durchzudrehen. Stellen wir andererseits damit unser eigenes Wohl über das der Allgemeinheit? Und wäre nicht genau das im Moment der Schlüssel zur Bekämpfung dieser Pandemie? Das Wohl der Allgemeinheit? Stellt uns dieser Egoismus nicht genau auf die gleiche Stufe mit denen, die am Zürihorn angrillen oder in privaten locations Coronaparties feiern? Sicher, wir würden ja beim Töfffahren niemanden anstecken, aber wir gehen trotzdem das Risiko ein, uns in medizinische Behandlung begeben zu müssen und im dümmsten Fall damit medizinisches Personal in Beschlag zu nehmen, das irgendwo anders dringender gebraucht wird.


    Klar, haben wir das "Betriebsrisiko" Töfffahren immer, nicht nur jetzt in dieser Situation, aber jetzt beeinflusst es nicht nur uns selber und unsere Angehörigen.


    Ach, ich weiss es doch auch nicht...

  • Stellen wir andererseits damit unser eigenes Wohl über das der Allgemeinheit? Und wäre nicht genau das im Moment der Schlüssel zur Bekämpfung dieser Pandemie? Das Wohl der Allgemeinheit?

    Es gibt da einen einfachen Grundsatz: Erst wenn es „mir“ selber gut genug geht, kann „ich mich“ um die anderen kümmern. Das hat mit Egoismus nichts zu tun, ist einfach so (Gutemenschen werden aufschreien, ich weiss. Lasst einfach stecken und seid mal ehrlich) . Entscheidend ist das Wort „genug“. Diese Grenze, wann es jemandem gut genug geht, ist sehr individuell und äusserst unterschiedlich von Mensch zu Mensch.


    Ich sag mal überspitzt: lieber mit nem Beinbruch vom Töffunfall im Spital als wegen Depression ein Amoklauf oder ne Alkoholleiche...(und die wird es geben, da verwette ich mein Mopped drauf)


    Und eben: ich brauch nicht nebst allen anderen extraordinären Vorschriften auf noch mehr Dinge freiwillig zu verzichten, wenn ich mir nach reiflicher und vernünftiger Überlegung sicher bin, dass ich mit meinem Wohl niemand anderem schade.

  • Ich habe die beiden Stichwörter «Solidarität» und «Corona» gegoogelt und bin im Badener Tagblatt auf folgenden Text gestossen:


    Bekanntlich kann das Corona-Virus für Personen ab 65 Jahren und für alle mit einer Vorerkrankung lebensbedrohlich sein, weshalb das Bundesamt für Gesundheit besonders diesen Personen empfiehlt, das Haus nur im Notfall zu verlassen und den Kontakt zu Mitmenschen weitmöglichst zu meiden. Am Freitagmorgen haben sich zwei Frauen ein Herz gefasst und die Facebookgruppe «Gern gscheh – Badä hilft» ins Leben gerufen, die inzwischen bereits auf 655 Mitglieder (Stand Dienstagnachmittag) angewachsen ist.

    Kurz darauf sind auch für Untersiggenthal, Wettingen und die Region Zurzach ähnliche Gruppen gegründet worden (alle dem BT bekannten Angebote sind unten aufgeführt). Die Mitglieder der diversen Facebookgruppen haben bisher zumeist ihre Bereitschaft geäussert, besonders verletzlichen Personen mit alltäglichen Hilfestellungen unter die Arme zu greifen. Dabei geht es unter anderem um Angebote wie mit dem Hund Gassigehen, Botengänge, Einkaufen, aber auch Kinderhüten für diejenigen, die trotzdem noch arbeiten müssen, oder ganz einfach Zeit für ein telefonisches Gespräch für einsame Menschen.


    Quelle: https://www.badenertagblatt.ch…h-analog-werden-137170144


    Falls mal schlechtes Töff-Wetter ist, so dass man mit einer anderen Tätigkeit als wie ein einsamer Steppenwolf auf dem Möppi die wenigen verbliebenen Dosen zu finden, die man dann überholen könnte, damit es einem sofort wieder «gut» geht, wäre das doch auch mal 'ne Tätigkeit, oder?

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  • Martin ich bin noch knapp U65.


    Sag mir, wenn du meine Hilfe brauchst.


    Wäre zwar völliger Schwachsinn, von hier in den Schnittlauch zu fahren.


    Aber für dich würde ich es tun. :thumbsup:

    Ich möchte nicht, das die Leute über mich denken, ich sei ein Arschloch. Ich will, dass sie sich 100% sicher sind!

  • Daschaberliebvodiir! Allerdings auch Schwachsinn, obwohl du wahrscheinlich relativ freie Fahrt hättest. Im Notfall habe ich eine Spitex-Fachfrau in unserem Haus. Heute zum ersten Mal in diesem Jahr aufs Möppi gehockt, zwar nur zum Einkaufen, aber trotzdem. Jetzt wird sich weisen, ob ich mich dabei (beim Einkaufen, nicht beim Mopped!) angesteckt habe oder nicht. Falls nicht, bin ich wieder mal für eine Woche in der sicheren Quarantäne!

    The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, and wiser people so full of doubts. (Bertrand Russell)

  • Da sind wir einer Meinung. Nur bedeutet für mich der vernünftige Mittelweg auch sämtliche „extra Risiken“ weitestgehend auszuschliessen. Das Spitalpersonal wartet aktuell nicht auf Töff-Fahrer die sich lang machen. Aber auch nicht auf kleine Velofahr-Anfänger die sich Löcher in den Kopf schlagen weil sie umfallen. Sie haben sonst genug zu tun.....

    Wir haben den grossen Luxus vom Garten, da können sich meine Jungs austoben. Auf ewig wird das nicht reichen, da sind wir auch froh wenn wir mal einen Spaziergang machen können. Aber das können wir alle nur wenn sich nun auch alle etwas zurück nehmen damit es keine komplette Ausgangssperre braucht.

  • Das Spitalpersonal wartet aktuell nicht auf Töff-Fahrer die sich lang machen. Aber auch nicht auf kleine Velofahr-Anfänger die sich Löcher in den Kopf schlagen weil sie umfallen. Sie haben sonst genug zu tun.....

    Wir haben den grossen Luxus vom Garten, da können sich meine Jungs austoben.


    Nochmal: die Spitäler warten auch nicht auf Depressionen und Alkoholleichen wegen Existenzängsten. Betrachte doch bitte immer beide Seiten.


    Verbreitet wird das Credo „bleibt zu Hause“, wo das vernünftige Credo lautet „versammelt euch nicht“.


    Und denk mal nicht nur an dich selbst (Jaaa, den Spiess kann man auch umdrehen): Du willst keine Ausgangssperre, damit DU weiterhin nach draussen gehen kannst, no Comment. Wer im Glashaus sitzt...



    Nur weil es DEINE Psyche und deine „luxuriöse“ Wohnsituation zulassen, dass du auf gewisse Dinge problemlos verzichten kannst, heisst das nicht, dass das alle anderen auch so easy wie du wegstecken können. Denk mal an die Singlehaushalte mit Leuten, die nicht so gut wissen, was sie mit sich selbst bei zu viel Freizeit anfangen sollen, sich sonst immer nur mit den Kumpels in der Stadt treffen.
    Denk mal nicht an die Allgemeinheit, sondern an jeden Einzelnen, denn die Allgemeinheit ist nichts anderes als die Summe der Einzelnen.


    Schon immer haben in grossen Gruppen die Stärkeren die Schwächeren unterstützt und in gewisser Weise kompensiert, zum Wohle der Allgemeinheit. Es sind nunmal nicht alle gleich stark. Also wenn Du dich in dieser Situation als eine der Starken siehst (zu Recht übrigens), dann spucke doch nicht so auf die Schwächeren, sei einfach stark.

    P.S. ich spiele hier nur Teufels Advokat, um bisschen zum Denken anzuregen, ich hoffe das ist dir klar ;-). Auch ich hab gerade mehr Zeit zum Schreiben als mir lieb ist ;-)


  • P.S. ich spiele hier nur Teufels Advokat, um bisschen zum Denken anzuregen, ich hoffe das ist dir klar ;-). Auch ich hab gerade mehr Zeit zum Schreiben als mir lieb ist ;-)

    Heisst das, du bleibst zu Hause? Nein, im Ernst, ich kann in vielerlei Hinsicht deinen Denkansatz verstehen. Es sollte darum gehen, die anderen nicht anzustecken, nicht darum, die Menschen in die Isolation und in die Einsamkeit zu treiben. Wer sich also auf sein Möppi schwingt, um sich nachher besser zu fühlen, dabei niemanden ansteckt, kann eigentlich in die Pflicht genommen werden. Die Hypothese, dass man dabei verunglückt, ins Spital kommt, damit einem Corona-Patienten die Pflege wegnimmt, worauf dieser stirbt, man also mitschuldig am Tod eines Mitmenschen wird, ist wirklich sehr hypothetisch. Chirurgie und Virologie sind verschiedene Abteilungen. Ich denke nicht, dass man Chirurgen von ihrer Arbeitsstelle abzieht und sie auf die Corona-Abteilung ansetzt, aber ich weiss, dass selbst Krebspatienten ihre geplante OP verschieben müssen. Warum, weiss ich nicht, vielleicht, weil man die Intensivstation, die Beatmungsgeräte (von denen es offensichtlich im Moment zu wenige gibt) dringend benötigt?


    Wenn man schon den advocatus diaboli spielen möchte, wie wäre es mit diesem Denkansatz?


    Einerseits haben wir die Situation, dass die Jungen sich anstecken, weil sie sich trotz Aufruf des Bundesrates weiterhin treffen. Passieren tut ihnen dabei nichts, die Krankheit nimmt in fast allen Fällen bei jungen Patienten einen milden Verlauf, und das Restrisiko, na ja, Junge waren schon immer risikofreudiger als Ältere: No risk, no fun. Sterben tun aber die Alten, wenn die Ansteckungskette irgendwan eine Altenpflegerin erreicht.


    Andererseits haben wir eine eklatante Überalterung der Gesellschaft mit unabsehbaren Kostenkonsequenzen für die ganze Gesellschaft. Junge müssen fürchten, dereinst im Alter gar keine Rente mehr zu kriegen, weil niemand mehr da ist, um ihre Rente zu bezahlen, weil das Umlageverfahren nicht mehr greift, wenn auf 10 Rentner ein Erwerbstätiger kommt.


    Die logische Folge: Würden so viele Alte wie möglich angesteckt und stürben daran (ja, das ist sprachlich richtig), so hätten wir beide Probleme gelöst: Alle angesteckten Überlebenden werden immun, die Alten sind alle weggestorben, was die Pandemie beendet. Andererseits vererben die Toten ihr Vermögen an die jüngere Generation zu einem früheren Zeitpunkt, was für das BPI günstiger wäre. Und die immensen Kosten für die Altenpflege verschwinden vollständig.


    Zwei Fliegen mit einer Klappe!

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