Neulich, an der Genderfront

  • Ja, ich gebe es zu, ich finde die meisten Anstrengungen lächerlich, sogar falsch. Statt überall Gendersternchen und /*innen anzuhängen, sollte man m.E. gescheiter etwas mehr dafür unternehmen, damit die Ungleichheiten in der wirklichen Welt, nicht bloss in der Sprache verschwinden. Ich weiss, damit bin ich auf weiter Flur alleine. Das zeigt folgendes Beispiel aus dem Nachrichtenportal «Teletext», welches jetzt drauf und dran ist, nicht nur männliche Formen in den Strudel der Genderisierung zu ziehen:

    Merke: früher hatten wir folgenden Duden-Eintrag: Mitglied, das, Nomen, sächlich, Plural «Mitglieder»

    Wurde jetzt ersetzt durch:

    Mitglied, der, Nomen, männlich, Plural «Mitglieder»

    Mitglied, die, Nomen, weiblich, Plural «Mitgliederinnen»

    Mein Vorschlag, das Nomen «Mitglied» generell zu streichen und durch «Mitklit» und «Ohneklit» zu ersetzen, wurde seinerzeit in Mannheim abgelehnt.

    Tja, dann geht es halt weiter in Richtung: Baum und Bäumin, Haus und Häusin, Motorrad und Motorradin. O tempora, o mores!

  • Übrigens, wer nachgeschaut hat, könnte nun sagen, das stimme ja gar nicht, was ich da hinschrub, denn da stehe einwandfrei das:

    Dem kann ich sagen: Das stimmt zwar, doch liegt es auch daran, dass ich das Kontaktformular auf der Website des Teletextes ausgefüllt habe, worauf ich eine E-Mail erhielt:

    The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, and wiser people so full of doubts. (Bertrand Russell)

  • Neiaberau!

    Dabei weiss doch jeder/jedie/jedas, wo in der Biologie nur ein bisschen aufgepasst hat, dass die weibliche Form von Mitglied korrekterweise heissen muss:

    Mitgliedinnen

    (mein verehrter Anatomie-Professor St. Kubik pflegte zu präzisieren: 'Ja, manchmal')

    Just my .05$

    *duckundwech*

    Gruss, David

    der am Freitag und Samstag nicht kann

    style7,bad-spc-boy.png

  • Ja, ja, ich weiss, dieser Nachrichtenkanal ist alles andere als zeitgemäss, heute informiert man sich via Facebook, besonders in Australien! :zombie:

    The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, and wiser people so full of doubts. (Bertrand Russell)

  • Am Sonntag kommt meine bessere Hälfte und berichtet Folgendes:

    "An und in der Reuss war ein grosses Aufgebot an Polizei, Ambulanz und Motorboot zugegen."

    Bei Wanderern ging das Gerücht um, dass eine Leiche gefunden wurde.

    Jetzt die Frage: War 'die Leiche' eine Frau oder ein Mann? Die Genderfrage stellst sich also sofort

    Wenn es ein Mann war, wäre es ja ein Leicher, ggf. ein Leicherich.

    Wenn es eine Frau war, ist es eine Leiche.

    Falls es mehrere Personen/Personinnen wären, wären es dann .................. - möge jeder den Faden weiter 'spinnen'

    Meine Frau kam völlig erschöpft nach Hause - nicht vom Laufen, sondern vom Denken. Migräne in Reinkultur.

    Ganzer Rest vom Tag versaut. Baldrian Tropfen waren letztlich eine Hilfe.

  • Ach weisst du, das geht nicht nur den Männern so, wenn sie den Löffel abgegeben haben und damit plötzlich weiblich werden. Ich war mal lange Zeit Lehrer, und dann, eines Tages war ich keiner mehr, obwohl ich immer noch unterrichtete. Über Nacht wurde ich weiblich und war plötzlich eine «Lehrperson».

    The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, and wiser people so full of doubts. (Bertrand Russell)

  • Interessant finde ich auch, dass der Duden neulich das Wort «Mieter» in seiner Bedeutung geändert hat. Neu ist das eine männliche Person:

    Das hat klar zur Konsequenz, dass eine Person, die sich weder als Mann noch als Frau fühlt, nun nichts mehr mieten kann!


    Da wollte ich natürlich wissen, ob der Vermieter nun neu auch eine männliche Person ist. Welche Enttäuschung!

    The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, and wiser people so full of doubts. (Bertrand Russell)

  • Jetzt die Frage: War 'die Leiche' eine Frau oder ein Mann? Die Genderfrage stellst sich also sofort

    Wenn es ein Mann war, wäre es ja ein Leicher, ggf. ein Leicherich.

    Wenn es eine Frau war, ist es eine Leiche.

    die Leiche f.

    der Leich m.

    das Leichli m./f. minderjährig

    Leicher? Steigerung von Leich (leicher - am leichesten)

    Leicher? Ich? nö, es geht mir gut, danke

    ja, liebe Kinder und Kinderinnen, es kommen wahrlich interessante Zeiten und Zeitinnen auf uns und unsinnen zu; ich denke, wir werden uns noch oft vor Staunen die Augen und Äuginnen reiben.

    Mir kämen noch viele lustige Beispiele und Beispielinnen (*höhö*) in den Sinn und in die Sinninnen ...

    [/sarcasm]

    ich hör jetzt glaub lieber auf

    Gruss, David

    der am Freitag und Samstag nicht kann

    style7,bad-spc-boy.png

  • Die Diskriminierung der Wespe muss auch endlich aufhören. «Mich hat eine Wespe gestochen», kann nur ein Ignorant behaupten. Woher will er wissen, dass es eine weibliche Wespe war? Es könnte geradesogut ein Wesp gewesen sein! Das gleiche gilt natürlich für die Biene! Dass man die männliche Biene heute noch «eine Drohne» nennt, setzt dem ganzen noch die Krone auf! :dash:

    The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, and wiser people so full of doubts. (Bertrand Russell)

  • Die Diskriminierung der Wespe muss auch endlich aufhören. «Mich hat eine Wespe gestochen», kann nur ein Ignorant behaupten. Woher will er wissen, dass es eine weibliche Wespe war? Es könnte geradesogut ein Wesp gewesen sein! Das gleiche gilt natürlich für die Biene! Dass man die männliche Biene heute noch «eine Drohne» nennt, setzt dem ganzen noch die Krone auf! :dash:

    Dem kann geholfen werden: Männliche Wespen heissen auch Drohnen und besitzen keinen Stachel. Also kann nur die Wespe gestochen haben, wenn die Lederkombi mal wieder italienisch-lässig offen getragen wurde.

    Das meiste auf der Welt geht nicht durch Gebrauch kaputt, sondern durch Putzen.

  • Gut, eine Sorge weniger. Trotzdem finde ich, dass die männlichen Wespen im allgemeinen Sprachgebrauch immer noch diskriminiert werden und eine weibliche Form erdulden müssen. Drohne ist nämlich kein Ersatz für «der Wesp», denn die ist ja auch weiblich!

    The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, and wiser people so full of doubts. (Bertrand Russell)

  • Zum Glück wird sich die Problematik bald in Luft auflösen. Heute fühlen sich gewisse Frauen ungerecht behandelt, sobald das Problem „behoben“ ist, kommen die nonbinary Aktivisten (kommen ja jetzt bereits in den USA), und damit sich auch jaa immer jemand diskriminiert fühlen kann, erfindet man dann sicher noch etwas neues :saint:. Wenns dann für alle allzu komplex ist, kehrt man dann schon wieder zu den guten alten Anfängen zurück.

    Weil irgendwann sehen „die“ es vielleicht ein, dass Wörter keine intrinsische Bedeutung haben, sondern eine oder eben mehrere Verwendungen. Momentan bezweifle ich noch, dass das zu unserer Lebzeit noch passieren wird :wacko:

    2 Mal editiert, zuletzt von Boo (1. März 2021 um 11:41)

  • Ich auch, nämlich, dass die/der/das/hen eine eigene Flagge haben:

    The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, and wiser people so full of doubts. (Bertrand Russell)

  • Ihr verwirrt mich völlig :doofy:

    Bin ich jetzt noch Mann?

    Ist meine angetraute Ex- Verlobte eine Frau?

    Meine Tochter weiblich?

    Mein Sohn männlich?

    Was ist die Katze? Sterilisiert/kastriert ein Weibchen, Kätzin oder einfach ein Es? :censored::doofy::wacko:

    Unsere Töff? Die Triumph eine Triumphin? Ducati, Ducatina? Mit BMW wird es noch schwieriger :?:

    Ich kaufe mir jetzt ein Fernglas? Und dann? Dann seh ich weiter.

    Einmal editiert, zuletzt von Kaengi (2. März 2021 um 09:31)

  • Ich finde es übrigens eine bodenlose Frechheit, dass die Pronomen unserer Höflichkeitsform und unseres Plurals ausschliesslich weiblich sind.
    Sogar der männliche Artikel ist im Nominativ und Akkusativ Plural immer weiblich. Gut, dem gegenüber steht immerhin der Genitiv Plural des weiblichen Artikels, welcher männlich ist. Das ist aber nur ein schwacher Trost, der Genitiv ist ja so selten... wo bleibt der Ausgleich?


    Unverschämt sowas, jawollnämlich!


    Und wer jetzt sagt, das sei ja lächerlich...

    Ja, EBEN!!!

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!